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Schneechaos in Südbayern: Die Feuerwehr Dießen war zwei Tage lang im Katstrophengebiet im Landkreis Miesbach im Einsatz. Hier kommt unser Einsatztagebuch.

In Dießen. Für Dießen. Seit 1868. Unter diesem Slogan leisten wir in unserer Freizeit Hilfe, wenn Mensch, Tier und Sachwerte in Gefahr sind. Doch wir helfen nicht nur in Dießen und in den angrenzenden Gemeinden, sondern wenn wir gebraucht werden, fahren wir auch in andere Regionen.

Als wir am vergangenen Samstagnachmittag erfuhren, dass wir am Sonntag in der Früh zusammen mit dem Hilfeleistungskontigent des Landkreises Landsberg ins Katastrophengebiet Miesbach fahren werden, wussten wir nicht, was uns dort erwartet.

Am Sonntag um 5.30 Uhr machten sich zwölf Dießener Feuerwehrleute auf den Weg zum Landratsamt Landsberg, dem Startpunkt des über 20 Fahrzeuge und mehr als 120 Feuerwehrleuten umfassenden Hilfskontigents. Unser HLF 20, das Wechselladerfahrzeug und einen Transportanhänger hatten wir mit Schneeschaufeln, Wechselkleidung, Verpflegung, Schneeketten, Kraftstoffreserven, Absturzsicherung bis oben hin vollgepackt. In der Kolonne fuhren wir in Richtung Miesbach. An einem Autobahnparkplatz wurde das Kontingent von einem Lotsen abgeholt und wir wurden an unseren Einsatzort gebracht. Unser Einsatzauftrag war es, die Dächer mehrere Produktions- und Bürogebäude eines Arzneimittelherstellers zu räumen. Trotz der Kälte und immer wieder eintretenden Regens haben wir Dießner rund 60 Tonnen Nassschnee auf einer Fläche von 400qm weggeschaufelt. Durchnässt und ausgefroren erfuhren wir auf der Heimfahrt, dass auch am Montag erneut das Hilfskontingent des Landkreises in Miesbach benötigt wird. Um möglichst viele helfende Hände zu haben, wurden Arbeitgeber in ihrem Wochenende gestört, um kurzfristige Freistellungen zu ermöglichen. Gerade in Dießen eingetroffen, ertönten unsere Funkwecker und wir wurden zu einem vollgelaufenen Keller alarmiert.

 

Nach einer kurzen Nacht starteten am Montag um 5 Uhr neun Feuerwehrleute aus Dießen erneut mit HLF 20, Wechsellader und Transportanhänger in Richtung Landsberg. Auch an diesem Tag ging von dort aus die Reise der über 20 Fahrzeuge in Richtung Miesbach los. In München erlebten wir eine vorbildlich gebildete Rettungsgasse und der eine oder andere Autofahrer wunderte sich bestimmt, als er von unserem Konvoi auf dem Mittleren Ring überholt wurde. Auf dem Autobahnparkplatz wartete wieder der Lotse und unser Kontingent wurde nach Miesbach gelotst. Die Aufgabe war es, die etwa 4600 qm großen Dachflächen einer Produktionsfirma zu räumen. Gesichert durch Absturzsicherung konnten wir den Schnee mit Schaufeln und einer Schneefräse vom einsturzgefährdeten Dach befreien. Kurz nachdem wir fertig waren, setzte ein heftiger Schneesturm ein und binnen weniger Minuten lagen ein paar Zentimeter Schnee. Dieser kurze Schneefall hatte zur Folge, dass auf der Autobahn A8 ein schwerer Verkehrsunfall mit vier LKWs passierte und wir aufgrund der Vollsperrung unsere Heimreise nicht antreten konnten. Auch die Ausweichrouten waren wegen umgefallener Bäume gesperrt. Unsere Abfahrt verzögerte sich um fünf Stunden, sodass wir schließlich um kurz nach 21 Uhr Miesbach in Richtung Heimat verlassen konnten.
Zwischenzeitlich wurde es allerdings nochmal hektisch: die Leitstelle Rosenheim bestellte die Feuerwehren Dießen und Landsberg zur Gebietsabsicherung mit einem Rüstzug. In kurzer Zeit wurden zusammen mit Kameraden anderer Feuerwehren auf die angeforderten Hilfeleistungslöschfahrzeuge und das Wechselladerfahrzeug Schneeketten gezogen. Glücklicherweise konnten wir jedoch ohne Einsatz unseren Heimweg antreten. Um 23.45 Uhr endete unser Tag schließlich.

Wir bedanken uns bei dem Kreisfeuerwehrverband Landsberg für die tolle Zusammenarbeit mit den anderen Feuerwehren.